Neckarhausen: Familienfeier des FC 08 Viktoria mit Ehrungen und kurzweiligem Programm
Aus "Schlag den Raab" wurde "Schlag den Hertel"
Dass Weihnachten vor der Tür steht, war bei der Familienfeier des FC 08 Viktoria Neckarhausen im rappelvollen Klubhaus nur an der grafischen Aufmachung des Programms und an den Wünschen von Viktoria-Chef Bernhard Rudolf auszumachen. Spätestens mit dem Abschluss der Ehrungen langjähriger Viktorianer ging die Post ab. Jung und Alt genossen sichtlich den Abend, den Organisatoren darf zum Ab- und Verlauf gratuliert werden. Auch eine über 100 Preise umfassende Tombola trug ihren Teil zum Gelingen bei.
Es ist üblich, dass man bei Ehrungen nur ganz selten alle Jubilare begrüßen kann und das war bei der Viktoria nicht anders. Urkunden und die Ehrennadel in Silber erhielten Dirk Filz, Wolfgang Jakel, Thomas Rudolf und Werner Schuler für 25-jährige Mitgliedschaft. 50 Jahre gehören Hans Hauck, Gerd Müller und Karl Riedinger dem Verein an und seit 60 Jahren schlägt das Herz von Oskar Zieher für die Rot-Schwarzen.
Die Führungsriege vergaß auch nicht Danke zu sagen, Dank an all diejenigen, die im Lauf des Jahres durch ihr Engagement den Laden am Laufen hielten - Blumen gab es für die Frauen, die Herren erhielten ein Weinpräsent. Sportlicherseits hatte Rudolf bereits in seiner Begrüßung die bisherige Saison deutlich optimistischer als in den vergangenen Jahren gesehen. Die wiedergegründete A-Jugend, eine Spielgemeinschaft mit den Ladenburger 03ern, steht auf Platz zwei und hat gute Chancen aufzusteigen. Auch alle anderen Mannschaften sind in den oberen Tabellenhälften zu finden. Ganz sorgenfrei blickte der Viktoria-Chef dennoch nicht zurück: "Die Gemeinde hat ein Auge auf das Gelände geworfen, es geht hier um die Existenz des Vereins." Den Dank der Spielerinnen an Trainer, Betreuer und Unterstützer sprach Birgit Rünger aus, für die 1. Mannschaft übernahm dies Stefan Brenner.
"Wir performen Oh Tannenbaum." Dem Chor der A-Jugend war geschuldet, dass wenigstens ein paar vorweihnachtliche Gefühle aufkamen. Ansonsten wurde der Abend dem Begriff "Familienfeier" in vollem Umfang gerecht. Von Phillip Schill hinreißend gespielte Jazzklassiker klangen durch das Klubhaus, Mona Kourschil sang Emilias "Big big world" ohne eine Textvorlage zu benötigen und der Hip-Hop-Tanz von Jasmin Runge mutete fast schon akrobatisch an. Die Gesangs- und Tanzeinlage überraschten die Organisatoren, waren sie im ursprünglichen Programm doch gar nicht vorgesehen, und Rudolf war voll des Lobs und Begeisterung für die spontane Bereicherung.
Eine Premiere sorgte für weiteren Jubel. Die Funkinies des KV Kummetstolle traten zum ersten Mal bei der Viktoria auf und präsentierten ihren aktuellen Tanz, der auf irischen Weisen basiert. Trotz der beengten Platzverhältnisse flogen die Beine und die Kleinen mussten ihren Auftritt wiederholen, so heftig wurde applaudiert. Als Dankeschön gab es für die Kinder Regenschirme im KVK-Blau mit Funkinies-Aufdruck.
Aus "Schlag den Raab" wurde "Schlag den Hertel". Die Kickerin Lorena Heinz trat gegen den Vereins-Vize an und erst im letzten Spiel konnte sich Tobias Hertel den Sieg sichern. Tapfer erkämpft, denn es war alles andere als einfach, rückwärts gespielte Lieder zu erkennen, Entfernungen zwischen Städten zu schätzen oder mit einem Mini-Schneebesen Sahne steif zu schlagen. ths
Mannheimer Morgen
20. Dezember 2010